Newsletter | 13.05.2026 M

Niedersachsen geht weiter!

Achtung! Dieser Newsletter enthält zu 75 Prozent gute Nachrichten! Ja, das gibt es noch – wir können Ihnen heute positive Entwicklungen ins Postfach legen. Sehr freut uns, dass das Niedersächsische Verkehrsministerium unser Projekt „Fußverkehrs-Checks“ nun dauerhaft unterstützen will. Damit bekommen jedes Jahr zehn Kommunen die Möglichkeit, vor Ort die Sicherheit von Wegen zu überprüfen. Auf der Karte oben sehen Sie, welche Kommunen schon dabei waren - die rot markierten gehen in diesem Jahr an den Start.

Staatssekretär Matthias Wunderling-Weilbier hat außerdem die Teilnahmeurkunden an 14 weitere Absolventinnen und Absolventen unseres „Lehrgangs Kommunales Mobilitätsmanagement“ übergeben. Und: Die Gewinnerin unserer großen Geburtstagsverlosung steht fest – die Stadt Burgwedel (Region Hannover) hat einen kostenlosen Platz im kommenden Lehrgang gewonnen.

Wichtig sind auch die restlichen 25 Prozent in unserem Newsletter: Kollegin Janika Ducks hat einen Blick in die aktuelle Unfallstatistik für Niedersachsen geworfen und weist auf die aktuelle „Qualifizierung Koordinatorinnen und Koordinatoren kommunales schulisches Mobilitätsmanagement“ hin.

Wir sind die Beratungseinheit der LNVG und sagen Danke fürs Lesen! Und wenn Sie Fragen haben, melden Sie sich gerne bei uns.

Land verstetigt Angebot

Fußverkehrs-Checks laufen weiter

Niedersachsen stellt künftig pro Jahr 200.000 Euro für Fußverkehrs-Checks bereit, das kündigte Matthias Wunderling-Weilbier, Staatssekretär im Niedersächsischen Verkehrsministerium, jetzt an. Bei den Checks geht es zum Beispiel um die Sicherheit von Schulwegen oder Barrierefreiheit. Zehn Kommunen können pro Jahr mitmachen.

20 Kommunen haben in den vergangenen zwei Jahren bereits von der Aktion profitiert. „Vor Ort konnten wichtige Veränderungen umgesetzt werden, die das zu Fuß gehen sicherer und angenehmer machen“, sagt Wunderling-Weilbier. „Auch das sind wichtige und konkrete Schritte für Kommunen zur Verkehrswende. Und es sind wichtige und konkrete Schritte für Bürgerinnen und Bürger. Wir fördern das Projekt deshalb jetzt jedes Jahr.“ Kommunen können so prüfen, wie sich die Bedingungen für Fußgängerinnen und Fußgänger bei ihnen vor Ort verbessern lassen. Dabei geht es unter anderem darum, ob Fuß- oder Überwege barrierefrei sind. Auch wird deutlich, ob wichtige Wegeverbindungen fehlen und ob sich der Weg zur Bushaltestelle sinnvoller führen lässt. Wunderling-Weilbier: „Und diese Checks sind ausdrücklich so geplant, dass sie mit Einwohnerinnen und Einwohnern als Fachleute für ihre Wege durchgeführt werden.“

Knapp jeder vierte Weg in Niedersachsen wird ausschließlich zu Fuß zurückgelegt. Die Zahl dieser Wege ist von 2017 bis 2023 um sieben Prozentpunkte gestiegen. Das Thema ist für kleine Kommunen und Großstädte interessant. Das zeigt auch ein Blick auf die Kommunen, die 2026 am Check teilnehmen. Mit rund 750 Einwohnerinnen und Einwohner ist Heinsen die kleinste Kommune, Hildesheim mit mehr als 100.000 die größte. Diese Kommunen sind dabei: Die Stadt Aurich, die Gemeinde Beverstedt, die Stadt Braunlage, die Stadt Bad Bevensen, die Stadt Duderstadt, die Gemeinde Heinsen, die Stadt Hildesheim, die Gemeinde Leiferde, die Samtgemeinde Uelsen und die Gemeinde Wallenhorst. Staatssekretär Wunderling-Weilbier hat jetzt die Teilnahme-Urkunden überreicht.

Erstmals hat es diese „Checks“ 2024 gegeben, so LNVG-Geschäftsführer Christian Berndt. Er erläutert, die Besonderheit dieses Projekts: „Das Zu-Fuß gehen ist die verlässlichste Form des Nahverkehrs. Die zehn Kommunen bekommen ein Komplettpaket. Das schnürt unsere Beratungseinheit, die MOBILOTSIN. Für die Kommunen ist der Aufwand für Planung und Durchführung also vergleichsweise gering – aber der mögliche Nutzen groß.“ Augenzwinkernd ergänzt der Geschäftsführer: „Am zu Fuß gehen verdient auch kein Mineralölkonzern.“

Ausgezeichnete Teilnehmende

Staatssekretär überreicht Lehrgangs-Urkunden

Staatssekretär Matthias Wunderling-Weilbier überreichte jetzt 14 weiteren Absolventinnen und Absolventen des „Lehrgangs Kommunales Mobilitätsmanagement“ ihre Teilnahme-Urkunden. Mit Blick auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sagte der Staatsekretär: „Mit Ihrem neuen Wissen und den Angeboten des Landes werden wir die Herausforderung meistern, in ganz Niedersachsen einen hochwertigen Mobilitätsmix anzubieten, davon bin ich fest überzeugt!“

Und er führte weiter aus: „Mit dem Lehrgang haben Sie und Ihre Kommune einen wichtigen Schritt getan. Kommunen können bei der Mobilität vor Ort viel selbst beeinflussen.“ Aufgabe sei, die Menschen für einen Mobilitäts-Mix zu begeistern, so Wunderling-Weilbier. Dafür sei ein guter ÖPNV unerlässlich, aber es brauche eine Kombination verschiedener Verkehrsangebote. Ziel von Kommunalem Mobilitätsmanagement sei, solche Angebote zu schaffen, etwa moderne Fahrrad-Abstellanlagen an wichtigen Orten. Wunderling-Weilbier nannte weitere Punkte: Leihfahrräder, Car-Sharing und auch flexible Bedienformen wie Rufbusse und -taxis. Die Absolventinnen und Absolventen kommen von der Stadt Achim, der Stadt Aurich, der Stadt Braunschweig, der Stadt Cloppenburg, dem Landkreis Hameln-Pyrmont, dem Landkreis Lüneburg, dem Kommunalverband Niedersachsen/Bremen e.V., der Stadt Papenburg, dem Landkreis Stade, dem Landkreis Uelzen, dem Landkreis Vechta und der Stadt Winsen (Luhe).

LNVG-Geschäftsführer Christian Berndt betonte die Bedeutung der neu ausgebildeten Mobilitätsmanagerinnen und -manager für die Kommunen. Ihre Aufgabe werde sein, dafür zu sorgen, dass Mobilitäts-Angebote organisationsübergreifend zusammengedacht werden, um Verbesserungen zu erreichen. Berndt: „Es muss offen gedacht werden. Auch Ortszentren müssen z. B. von allen erreichbar sein. Ein modernes Parkraummanagement oder der Bau von Mobilitätsstationen, an denen Fußgänger und Radfahrer komfortabel in den ÖPNV umsteigen können, kann helfen, um ein sinnvolles Miteinander aller Verkehrsformen zu erreichen. Das alles stärkt die Attraktivität der Kommunen.“ Ein moderner ÖPNV mit verlässlichem Takt bleibe die Grundlage, betonte Berndt. „Aber ein Flächenland wie Niedersachsen braucht neben dem Nahverkehr in klassischer Form eine Kombination verschiedener Verkehrsangebote.“

Kommunales Mobilitätsmanagement

Burgwedel gewinnt Platz im Lehrgang

Die Stadt Burgwedel (Region Hannover) hat bei der Verlosung zum 5. Geburtstag der MOBILOTSIN einen Platz in unserem Lehrgang Kommunales Mobilitätsmanagement gewonnen. Zwei Mitarbeiterinnen haben den Lehrgang bereits besucht. Malte Schubert, Leiter des Amtes für Umwelt und Stadtgrün erläutert, warum er auch eine weitere Teilnahme sinnvoll findet.

Herr Schubert, lassen Sie mich ein bisschen zuspitzen: Burgwedel gilt als reiche Stadt, in der sowieso jede Familie drei Autos hat. Es gibt Bahnanschluss, die Region Hannover kümmert sich um Linienbusse und ein On-Demand-Angebot. Welche Fragen stellen sich da noch für die Kommune beim Thema Mobilität?

Ich halte Ihre Zuspitzung, dass Burgwedel eine reiche Stadt ist, für deutlich überzogen. Es mag sein, dass hier mehr Menschen mit einem höheren Einkommen wohnen als vielleicht in anderen Regionskommunen. Dennoch gibt es Familien, die sich aus den verschiedensten Gründen nur ein oder gar kein Auto leisten wollen oder können. Die Mobilitätsangebote haben sich besonders durch den Sprinti-Bus sehr zum Positiven entwickelt. Dennoch gibt es für die Mobilität jenseits des eigenen Fahrzeugs noch einiges zu verbessern. Ich denke zum Beispiel an die „letzte Meile“ für Pendler, aber auch an die Schaffung eines Bewusstseins, dass viele kürzere Fahrten mit dem Fahrrad zurückgelegt werden können und nicht das Auto benutzt werden muss. Dies sind nur einige Beispiele.

Wie hilft Ihnen bei diesen Fragestellungen der „Lehrgang Kommunales Mobilitätsmanagement“?

Eine Mobilität, die nicht nur das eigene Auto betrifft, muss sehr umfassend gedacht werden. Hier ist es immer hilfreich, sich mit anderen Akteuren auszutauschen oder sich über andere Kommunen und deren Vorgehensweise zu informieren. Es gibt nicht die eine Frage, sondern ein Bündel an unterschiedlichen Fragestellungen.

Sie schicken jetzt zum dritten Mal jemanden zum Lehrgang. Was überzeugt Sie inhaltlich an dem Angebot?

Ich kann hier nur meine Kolleginnen zitieren, die nach dem Lehrgang noch motivierter waren, einen Beitrag zur Verkehrswende in Burgwedel zu leisten.  Besonders positiv wurden die zahlreichen Praxisbeispiele und die Arbeit in Kleingruppen erwähnt.

Die Fortbildung dauert 3-mal drei Tage. Wir hören manchmal die Kritik, das sei zu lang.

Die Kritik kann ich nicht teilen. Meine Kolleginnen waren immer sehr angetan von dem intensiven Austausch, so dass nie das Gefühl aufgekommen ist, weniger Tage wäre besser gewesen.

Wie ist Ihre Einschätzung, ist der „Lehrgang Kommunales Mobilitätsmanagement“ für alle Kommunen nützlich?

Die Frage kann ich schlecht beantworten, weil ich die Situation in anderen Kommunen nicht kenne. Ich persönlich halte einen Austausch mit anderen Akteuren und die Möglichkeit, sich außerhalb der täglichen Arbeit mit Themen egal welcher Art intensiver zu beschäftigen, immer für eine Bereicherung, die der täglichen Arbeit zugutekommt.

 

Die weiteren Gewinner bei unserer Verlosung

Beim Landkreis Harburg und beim Kommunalverbund Niedersachsen/Bremen e.V. kommen wir persönlich vorbei. Wir besuchen sie die zweit- und drittplatzierten mit dem Planspiel Mobiland. Dabei geht es um die Frage, was kann eine Kommune tun, um die Mobilität vor Ort zu verbessern? Wie greifen ÖPNV und andere Angebote ineinander? Mobiland liefert Denkanstöße und ist eine Möglichkeit, auch festgefahrene Debatten über Verkehr neu zu beginnen. Auch interessiert? Hier gibt es mehr Infos zu Mobiland.

Unfallzahlen

Fortbildung für mehr Sicherheit

LNVG-Mitarbeiterin Jannika Ducks betreut für die MOBILOTSIN das schulische Mobilitätsmanagement. Hier wirft Sie einen Blick auf die neuesten Unfallzahlen für Niedersachsen. Darunter sind 3.263 Unfälle mit Kindern. Ducks weiß: Kommunen können viel tun, um gerade bei diesem Thema für mehr Sicherheit zu sorgen. Eine Fortbildung zum Thema gibt es vom 10. bis 11. Juni.

Wussten Sie, dass Kinder (0-14 Jahre) eine „Risikogruppe“ sind? Es geht nicht um Abhängigkeiten von Social-Media oder dem neusten TikTok-Trend. Das Niedersächsische Innenministerium hat die Verkehrsunfallstatistik für 2025 veröffentlicht. Im Fokus stehen Risikogruppen, also Personen, die besonders gefährdet sind oder eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, in einen Verkehrsunfall verwickelt zu werden. Dazu gehören Kinder, aber auch Fußgänger und Radfahrer.

Demnach sind Kinder im doppelten Sinne im Straßenverkehr gefährdet, denn sie sind auf ihre Füße und auf das Fahrrad angewiesen, um selbständig mobil zu sein. In Zahlen heißt es, dass insgesamt 3.263 Kinder, davon knapp 500 auf ihrem Schulweg, in Niedersachsen im Jahr 2025 verunfallten. Zur Einordnung: Es wurden 32.309 Verkehrsunfälle mit Personenschäden aufgenommen. Und weiter: Es sind 2025 neun Kinder im Straßenverkehr tödlich verunglückt, davon drei als Zu-Fuß-Gehende. Auch wenn kein tödlicher Unfall im Zusammenhang mit dem Schulweg steht, so zeigt allein die Unfallrate, dass es Handlungsbedarf gibt. Beim Thema „Vision Zero“ – also dem Ziel, dass es keine Toten und Schwerverletzen im Straßenverkehr mehr gibt, sollten Kinder im Zentrum der Planung stehen. Denn: Wenn Kinder sicher unterwegs sind, dann ist es auch für Alle anderen sicher!

Ein zentraler Schritt für Kommunen ist es daher, den Schulweg sicher zu gestalten. Kinder sollten selbständig und aktiv zur Schule kommen, sei es zu Fuß, mit dem Rad, dem Tretroller oder dem Bus. Bewegung fördert zusätzlich die Konzentration und die Gesundheit der Kinder. Vor Ort sind zum Thema Schulweg viele Akteure beteiligt, sei es die Schule mit Eltern und Lehrkräften, die kommunale Verwaltung, aber auch Ehrenamt und Vereine.

Damit lokale Bemühungen gebündelt werden, habe ich für die MOBILOTSIN gemeinsam mit dem Bündnis Sichere und nachhaltige Schulwege und allen voran unserem Kooperationspartner der GUVH die „Qualifizierung Koordinatorinnen und Koordinatoren kommunales schulisches Mobilitätsmanagement“ aufgebaut. Die Teilnehmenden erfahren, wie sie mit Maßnahmen in Infrastruktur, Mobilitätsbildung und Kommunikation das schulische Mobilitätsmanagement in ihrer Kommune gestalten können. Das aus einer Kommune beispielsweise eine Mitarbeitende der Schulbehörde und der Verkehrsplanung gleichzeitig dabei sind, ist kein Wunder, zeigt es doch wie wichtig die Zusammenarbeit der Akteure bei dem Thema Schulwegplanung ist. Der Aufbau eines Netzwerks beginnt nach der Qualifikation. Ziel ist es, vor Ort lokale Bündnisse zu etablieren, die sich gemeinsam des Themas annehmen und sich gegenseitig unterstützen. Und von sicheren Wegen für Kinder profitieren alle, die gut zu Fuß, mit Kinderwagen oder mit dem Rad unterwegs sein wollen.

Es gibt noch Plätze für die Qualifizierung am 10. und 11. Juni 2026 in Hannover. Machen Sie einen Schritt auf dem Weg zu mehr Sicherheit für Kinder!

Termine

Kurz notiert

Ein schneller Blick in den Kalender:

▪️Mikrotrainings für unsere KMM-Alumni

Mittwoch, 20.05.2026  | 10:00 - 12:00 Uhr
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▪️Lehrgang Kommunales Mobilitätsmanagement

Montag, 01.06.2026 bis Mittwoch, 03.06.2026 | ganztags
Weitere Infos

▪️Qualifizierung Schulisches Mobilitätsmanagement

Mittwoch, 10.06.2026 und Donnerstag, 11.06.2026  | ganztags
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▪️MOBILOTSIN-online: Bestellt und abgeholt? On-Demand-Verkehre in ländlichen Regionen

Freitag, 12.06.2026  | 10:00 - 12:00 Uhr
Einzelheiten